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Stell dir vor, du könntest mit deiner Familie und deinen Freunden chatten, selbst wenn das Mobilfunknetz und das Internet komplett ausfallen. Genau das ist die Idee hinter MeshCore. Es ist eine kostenlose, leicht benutzbare Software, die es ermöglicht, ein unabhängiges Kommunikationsnetzwerk aufzubauen.
Es gibt einige Anwendungsfälle für den Einsatz von MeshCore:
Es gibt noch viele weitere Anwendungsfälle, der Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt.
MeshCore nutzt dafür eine Funktechnologie namens LoRa („Long Range“), die Textnachrichten (ähnlich SMS) über große Entfernungen mit sehr wenig Strom übertragen kann. Das ganze passiert in einem frei nutzbaren Funkbereich („ISM-Frequenzband“). In Europa nutzt MeshCore das frei nutzbare ISM-Frequenzband um 868 Megahertz. Dieses Frequenzband wird auch von vielen anderen Geräten des täglichen Lebens genutzt, wie z.B. Wetterstationen, Funkfernbedienungen für Garagentore oder Reifendrucksensoren in Autos.
Nutzer*innen von MeshCore können entweder direkt miteinander kommunizieren, oder in Gruppen und Kanälen („Channels“). Um die Reichweite des MeshCore-Netzes zu erhöhen, werden Verteiler („Repeater“) aufgestellt. Je mehr Repeater im Umkreis sind, um so stabiler und ausfallsicherer wird das Netz. Einen Repeater zu bauen ist nicht schwer, so dass jede*r in der Lage ist, das MeshCore-Netz mit einem Repeater zu unterstützen.
Für den einfachsten Einstieg brauchst du zwei Dinge:
MeshCore nennt dieses Funkmodul „Companion“, das englische Wort für „Begleiter“. Einen Companion kannst du entweder fertig kaufen (bspw. den Seeed Studio SenseCAP T1000-E), oder dir selbst einen bauen, beispielsweise mit einem 3D-Gedruckten Gehäuse und einem Heltec V4 Modul.
Funkstrecken brauchen Sichtverbindung.
Die Sicht kann allerdings durch Berge oder große Gebäude gestört sein.
Auf große Entfernungen ist auch die Erdkrümmung nicht zu vernachlässigen.
In diesem Fall benötigen zwei „Companions“ (die o.g. Funkmodule der Endgeräte) für den Datenaustausch „Leuchttürme“ als Vermittlungsstelle(n) - bei MeshCore werden sie „Repeater“ genannt.
Repeater stehen idealerweise an exponierten Punkten (Balkon im obersten Stockwerk, Türme, Hügel, Berggipfel) und sorgen mit ihrer „Ausleuchtung“ der Umgebung für die Funk-Versorgung zusätzlicher Flächen.
Diese „Ausleuchtung“ wird „Sichtfeld“ genannt. Um sich vorab ein Bild von der verbesserten Versorgung zu machen gibt es Tools, z.B. uptowhere.com - in der Grundversion kostenlos und ohne Registrierung.
Fertige Repeater gibt es auch online zu kaufen:
Diese müssen dann noch mit dem Web Flasher mit der MeshCore Firmware aktualisiert werden.
Die Links sind als Einstiegshilfe gedacht, wir stehen in keinerlei Geschäftsbeziehung zu den Anbietern.
MeshCore ist zwar erst Anfang 2025 als freie Software ins Leben gerufen worden, aber die Gemeinschaft der Nutzer*innen wächst kontinuierlich. Du kannst auf der MeshCore-Karte sehen, wo schon überall MeshCore-Nutzer*innen und Verteiler gemeldet wurden.
Falls du mehr über MeshCore erfahren möchtest, empfehlen wir dir folgende Links:
Für einen tieferen Einstieg geht es weiter in unserem MeshCore-Handbuch. Dieses befindet sich gerade noch im Aufbau. Es gibt aber auch einige regionale Gruppen, die auch Hilfestellung vor Ort anbieten:
Komme gerne dazu!
MeshCore unterstützt eine ganze Reihe von LoRa-Geräten und ermöglicht so ein einfaches Aufspielen der Firmware (Flashen) auf das Device über den Web Flasher. MeshCore macht damit den Weg frei für die Erstellung drahtloser Mesh-Netzwerke, mit dem Fokus auf ein leichtgewichtiges Multi-Hop-Paketrouting.
MeshCore vereint auch Einfachheit mit Skalierbarkeit und eignet sich daher ideal für Konzepte, bei denen Geräte (Knoten) über große Entfernungen kommunizieren sollen, indem sie Nachrichten über Zwischenknoten (Repeater) weiterleiten. Dies ist besonders nützlich in netzunabhängigen, Notfall- oder Krisensituationen, in denen die herkömmliche Kommunikationsinfrastruktur nicht mehr verfügbar ist.
Damit MeshCore ohne zusätzliche Lizenzen oder Genehmigungen benutzbar ist, wird LoRa, ein Langstrecken-Funkprotokoll auf dem 868 MHz Frequenzband verwendet.
Die verwendeten Funkgeräte werden in der Regel per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden. Es gibt aber auch Endgeräte, die mit einer Tastatur und einem Display eigenständig nutzbar sind.
Nachrichten können über mehrere Repeater (Knoten) weitergeleitet werden und so die Reichweite über die eines einzelnen LoRa Funkgerätes hinaus erweitert.